Mittwoch, 10. September 2014

19# Zwischenrezension: Die Fairyland Reihe 1 - 3 (von 6)

Bildquelle: Amazon.de
— Fairyland Serie
— Catherynne M. Valente
— Fantasy, Middle-Grade, Abenteuer
 Gelesen in Englisch
Inhalt: Zum Anlass der "Halbzeit" der 6 Fairyland Bücher, habe ich mir überlegt, dass ich eine Sammelrezension der bisher erschienen Ausgaben für euch poste.




Ich war eine Weile inaktiv, lag aber daran dass ich momentan sehr viel gearbeitet habe und daher sehr wenig gelesen und generell in meiner Freizeit die frische Luft genossen habe. Aber: Bin diesen fürchterlichen, komplett die Zeit einnehmenden Nebenjob wieder los, haha.

Wie sicherlich viele von euch schon wissen, soll die beliebte Fairyland Reihe von der traumhaften Catherynne Valente in etwa 6 Bände umfassen. Das Cover des vierten Bandes ist auch schon bekannt.
Quelle: Goodreads.com
Ich hoffe sehr, dass er auch in meiner Edition (siehe Bild oben) erscheint.

An sich gefällt mir das Cover nicht sehr gut, ich mag zwar die Farben, aber die Illustration haut mich nun nicht so um. Aber nun gut, Geschmacksache, ne? Was mir aber auffällt ist die Ähnlichkeit zum ersten Cover der Reihe. Beide Kinder befinden sich jeweils in der Position, dass sie Fairyland erst entdecken und finden müssen oder irgendwie dort landen und demnach drehen sie uns den Rücken zu und blicken auf ein wohl neues Land für sie. Bin gespannt ob meine Theorie stimmt und die nächsten Cover dann wieder uns direkt anblicken werden.
Interessant finde ich auch den Personenwechsel. Aus September wird nun dieser Junge, aber was bereits inhaltlich bekannt ist, verrät dass September und ihre Freunde uns nicht abhanden kommen. Es ändert sich nur der Blickwinkel.

Aber nun zu den Rezensionen. Den ersten Band werde ich ausführlicher rezensieren, die anderen etwas dezenter, möchte ja nicht zu viel spoilern, für die, die es noch lesen möchten.



The Girl Who Circumnavigated Fairyland in a Ship of Her Own Making


Inhalt: Die 12-jährige September ist gelangweilt. Jeder Tag gleicht dem nächsten. Sie fragt sich ob das Leben denn nichts größeres für sie vorbestimmt hat. Und als hätte sie es geahnt, steht plötzlich ein Wind vor ihr. Ein blauer Wind, reitend auf einem Leopard und stellt sie vor die Wahl: Komm September, komm mit in ein fernes Land voller Abenteuer und Magie. Wer würde da wohl nicht "Ja" sagen?

Meinung: Es war eines meiner ersten Bücher aus dem Middle-Grade Sektor und entfachte mehr oder weniger eine kleine Liebe in mir dafür. Dazu musterte es sich zudem zu einem meiner Lieblingsbücher und Valente zu einer meiner Lieblingsautorinnen.

Ihr Art zu Schreiben hebt sich einmalig von all dem anderen ab, was man gewohnt ist. Fast finde ich das Buch durchaus etwas zu komplex für kleinere Leser, da es so viele Facetten und Details umfasst, die man oft nur subtil erklärt bekommt.
Der Schreibstil ist sehr blumig und poetisch, jedoch nicht schwülstig. Erzählt wird uns die Geschichte durch den Erzähler. Ein bisher unbekannter Charakter der hin und wieder "die 4. Wand durchbricht". Was so viel heißt wie: Er spricht den Leser direkt an, der Erzähler ist sich bewusst dass dies ein Buch ist und er uns etwas berichtet oder mitteilt. Ich liebe es, wie er uns hin und wieder mitteilt dass er September doch gerne helfen würde, es aber nicht in seiner Macht liegt. Er ist nur das Medium, was es uns ermöglicht das Geschehen zu verfolgen.

Aber bevor ich zu viel über den Erzähler schreibe, welcher mein heimlicher Lieblingscharakter ist, gehe ich mal zum Rest der Gruppe über. Wenn man meint, dass all die fabelhaften Kreaturen, die sich in Fairyland umhertreiben, alleine aus Valentes Kopf entsprungen sind, der irrt. Denn so gut wie jede Gestalt die Teil dieser Welt ist, stammt aus irgendeiner Sage, einem Märchen, einem alten Volksglauben. Bei Harpien, Feen, Drachen und Elfen fällt die Assoziation nicht schwer. Viele andere stammen aber aus skandinavischen bis japanischen Legenden. Diese nun alle aufzulisten würde nur spoilern und ich glaube, sogar den Blogpost sprengen, haha, aber wen sie interessieren, der kann es mal online nachschlagen. Das Wissen selbst ist für die Geschichte von keiner Relevanz. Aber das Valente gerne bisher existierenden Volksglauben in ihren Geschichten verarbeitet, dürfte ja bekannt sein. So geschehen in Büchern wie Deathless, The Orphan's Tales und Mechagirl (Rezensionen sind verlinkt).

Der Hauptcharakter, September, ist auf eine ehrliche Art und Weise naiv und muss mit dem Gedanken klar kommen, dass Märchen weitaus brutaler und rauer sind, als man sie in Erinnerung hat. Brutal nicht im Sinne von Gewalt, eher im Sinne von ehrlich und real.

Ich habe mal in die deutsche Version reingeschnuppert und muss gestehen, es etwas ungünstig bei diesem Buch zu empfinden. Der kleine Drache "Ell" gehört der Art der Wyvern an. Was in der deutschen Übersetzung Lindwurm heißt. Just stellte ich mir einen großen Wurm mit Hinterpfoten und Flügeln vor, haha. Zum Glück ist das Buch illustriert.

Denn zum Kapitelanfang befinden sich jeweils kleine, eine Szene darstellende Skizze die jeden neuen Abschnitt passend einleiten. Obwohl ich kein sehr großer Fan des Stiles an sich bin.

Zum Schluss kann ich nur sagen, dass ich dieses Buch jedem empfehlen kann der klassische Märchen liebt. Es ist nicht das übliche "Kind landet in magischer Welt und rettet alle" - Schema. In Fairyland gibt es kein direktes Schwarz und Weiß und man muss oft mit überraschenden Wendungen leben.

 Punkte: 4,8 | 5 



The Girl Who Fell Beneath Fairyland and Led the Revels There


Inhalt: September ist mittlerweile 13 Jahre alt. Lange musste sie warten, doch endlich fand sie den Weg zurück nach Fairyland. Doch etwas scheint nicht zu stimmen. Denn jedem fehlt der Schatten. Nun liegt es an ihr, diese zurückzuholen und hinab zu steigen, runter in das untere Fairyland, das dunklere was tief verborgen unter der Erde seine eigene Existenz hat. Ähnlich wie ein Schatten.

Meinung: Als ich den zweiten Band begann, fand ich es großartig in wie vielen Details er auf den ersten aufbaut. Es ist nicht nur ein neues Abenteuer, sondern sie muss sich den Konsequenzen ihres ersten Aufenthaltes stellen. Alles was sie vorfindet, wurde durch ihr Erscheinen überhaupt erst ausgelöst. 
Mir gefiel es sehr, wie sie nicht einfach nur ein neues Abenteuer startet. In vielen Serien findet Abenteuer hinter Abenteuer statt. Hier jedoch ist alles verknüpft, die Ereignisse aus Band eins sind wichtig für die Handlung und im Grunde, ist jeder Band keine neue Geschichte, sondern die alte wird fortgeführt.

Selten kam mir auch ein Buch unter, indem ein Charakter eine so große Entwicklung durchging. Ein Jahr ist vergangen, September wurde älter, wurde geprägt durch ein neues Leben. Niemand darf von Fairyland erfahren, es bleibt ihr Geheimnis, doch Geheimnisse können einen unbewusst beeinflussen. 

Das Thema "Aufwachsen" wird mehr und mehr ein wichtiger Punkt in der Handlung. Was sagen unsere Handlungen über uns aus? Was dürfen wir erwarten? Was dürfen wir von der Welt erwarten?

Auch das Konzept mit den Schatten gefiel mir sehr, auch wenn ich mich mit diesem Band etwas schwer tat. Also nicht, dass es mir nicht gefiel, aber ich wurde nicht 100% warm mit ihm. Wobei die Messlatte da sehr hoch hängt, haha.

 Punkte: 4,5 | 5 



The Girl Who Soared Over Fairyland and Cut the Moon in Two


Inhalt: Nun ist September schon 14. Das Leben Daheim wurde stetig härter. Sie wartet immer dringender darauf nach Fairyland zu gelangen, zu fliehen. Weg von der Schule, weg von Arbeit, Pflichten und der Einöde.
Als sie es endlich schaffte, scheint ihr diesmaliger Ausflug ein einfacher zu sein: Bringe diese Kiste auf den Mond, sie wird dort erwartet. Nichtsahnend steht September wohl vor ihrer bisher größten Herausforderung.

Meinung: Ein grandioser dritter Band. Mittlerweile mustert sich das Buch mehr in Richtung Young Adult. Septembers Herz war ja schon immer ein großes Thema in der reihe. Wie verändert sich so ein Herz im Laufe der Jahre? Wann ist es naiv? Wann öffnet es sich, ist übermütig und besonders: Wann beginnen wir es wieder zu verschließen? 

September wird erwachsen, in der Schule wird sie gemobbt und ihr verlangen nach Fairyland zurück zu kehren wird immer mehr und mehr eine Forderung, eine Selbstverständlichkeit. Doch es stellt sich heraus, dass nichts selbstverständlich ist.

Dieser Band ist mit der stärkste, wenn nicht der stärkste von allen dreien. Es wird noch einmal ihre charakterliche Entwicklung der Vorgänger zusammengefasst. So wie Fairyland das Ergebnis ihrer Taten ist, ist die September heute ebenfalls ein Ergebnis dessen, was Fairyland aus ihr gemacht hat. Man wird zu dem, was andere einen nennen. Wie immer wird die Selbstfindung des Erwachsenwerdens thematisiert und hier mehr und minder zu einem Ergebnis geführt. Diese Thematik kristallisiert sich deutlich als Hauptsubstanz heraus und dieses magische Land ist quasi die Metapher für alle Hürden, die wir sicherlich selbst kennen. 
Die Geschichte wird merklich komplexer und altert quasi mit den Lesern mit, wäre man ein Kind und erhielte dieses Buch im gleichen Alter wie September. Als Erwachsener fühlt man sich selbst an seine Kindheit zurück erinnert und das ein oder andere betrifft einen selbst heute noch.

 Punkte: 5 | 5 


Kommentare:

  1. *-* Ich will den 3. Teil! Und den 1., sowie den 2. nochmal lesen xD
    Die Komplexität der Geschichte ebenfalls sehr lobenswert und die Charaktere einfach. Hach, Ell <3 Besonders bei "Middle Grade" finde cih es immer schön, wenn der Erzähler die Leser adressiert.
    Bei "The Boy Who Lost Fairyland" bin ich schon sehr gespannt, wie Hawthorn so ist.

    Liebe Grüße,
    Bramble

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    1. Ja, ich vergöttere diese Autorin einfach :D Ihre Bücher haben einen Ehrenplatz im Regal und meine Sammlung wächst brav!

      Huch, er hat schon einen Namen? Na dann ging der an mir vorbei bisher. Bin ebenso sehr gespannt, ich glaube ja er wird ein ruhiger, etwas überforderter Chara. Wenn nicht, wäre es auch schade, noch eine September wäre ja dann doch öde.

      Hab gelitten, weil meine Ausgabe erst im August erschien und ich den dritten einfach soooo gerne lesen wollte XD

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